Start Kampfkunst Kampfkunst als Weg?

Kampfkunst als Weg

Kampfkunst als geistiger Weg?

An dieser Stelle scheint die Diskrepanz zu einem geistigen, nach Erleuchtung strebenden Weg riesengroß. Dies ist aber nur scheinbar so (hier möchte ich nicht ausser Acht lassen, dass jeder seinen individuellen Weg geht).
Grundsätzlich bietet die Situation, sich einem Kampf zu stellen eine einzigartige Herausforderung an den Geist. Je ernster die Auseinandersetzung, desto ungeteiltere Aufmerksamkeit erfordert die Kampfhandlung. Meisterhaft bestehen kann solch eine Situation nur der, welcher nicht auf ein zurechtgelegtes Handlungsmuster zugreift.
Ein Kampf ist so vielfältig wie das Leben selbst. Nur wenn der Geist klar, konzentriert und fähig ist ungehindert zu "fließen" wird der Kämpfer der Situation gerecht. Dann kämpft nicht das Ego. Hier werden die Handlungen ohne Projektionen unseres diskursiven Bewusstseins zum Durchscheinen des "Reinen Seins". Nun kann der Kämpfer feststellen, dass nicht er als Individuum die handelnde Instanz ist. Hierzu gibt es die Geschichte der zwei alten Schwertmeister, welche sich mit scharfem Schwert gegenüber stehen. Minutenlang, Auge in Auge. Sollte einer der Beiden auch nur einen Hauch aus seiner Konzentration abweichen, würde er augenblicklich niedergeschlagen und dies so natürlich wie der Tautropfen, der vom gesättigten Blatt herabrinnt.

 

 
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